Werdegang
Zur Person.
Beratung ist in diesem Feld keine Organisationsleistung, sondern eine persönliche. Wer mich beauftragt, beauftragt meine Einschätzung, meine Erfahrung und meine Verantwortung. Darum hier, wer das ist.
Portraitzeichnung folgt.
Jahrgang 1967. Aufgewachsen in Matzingen TG. Studium der Architektur an der ETH Zürich, Diplom 1995. Prägend war ein Studienjahr unter Prof. Flora Ruchat-Roncati, der ersten ordentlichen Architekturprofessorin der ETH und Vertreterin der Tessiner Schule, deren Sensibilität für das Bestehende und Verbindung von Tradition und Moderne mein Architekturverständnis bis heute prägt. Anschliessend dreizehn Jahre berufliche Tätigkeit in New York, davon mehrere als registrierter Architekt des Staates New York. Rückkehr in die Schweiz Anfang der 2010er-Jahre.
Seither in unterschiedlichen Rollen: als Projektleiter in grösseren Architekturbüros, als selbstständiger Berater, heute als Abteilungsleiter Architektur bei einem mittelständischen Totalunternehmer in Winterthur. Die Einzelfirma «Richard Stucki Architect» wurde am 12. Juli 2005 im Handelsregister eingetragen und besteht seither ohne Unterbruch. In zwanzig Jahren hat sie aktive und ruhigere Phasen durchlaufen, je nach beruflicher Konstellation, ist aber immer Gefäss für eigenständige Mandate geblieben. Heute trägt sie das Profil stucki.co als unabhängige Beratungsstelle für Bauherrschaften in anspruchsvollen Verfahren.
Ich komme von der Architektur. Meine Arbeit besteht heute weniger im Entwerfen als im Brückenbauen: zwischen Bauherrschaft, Behörde, Nachbarschaft, Architektur, Fachplanung und Generalunternehmung. Diese Stakeholder verfolgen unterschiedliche, oft widersprüchliche Interessen. Aus 25 Jahren Praxis weiss ich, dass sich in den meisten Fällen ein Weg finden lässt, der für alle Seiten tragfähig ist und das Projekt zu Ende führt. Wenn ich keinen Weg sehe, dann sage ich das auch, früh und klar. Das ist Teil dessen, wofür mich Bauherren beauftragen.
Die Kombination zwischen operativer Rolle und unabhängigem Beratungsprofil ist bewusst gewählt. Die Verankerung in einem Bauunternehmen hält mich jeden Tag am laufenden Geschäft, an realen Kostenverläufen, an aktuellen Bewilligungsverfahren in mehreren Kantonen, an der gelebten Praxis von Denkmalpflege, Brandschutz und Nachbarrecht. Das eigene Profil erlaubt mir, diese Erfahrung dort einzubringen, wo sie eine eigenständige Rolle spielt: als Zweitmeinung, als Verfahrensbegleitung, als Bauherrenvertretung.
Ich arbeite konservativ in einem präzisen Sinn: ich halte mich an Normen, ich dokumentiere sorgfältig, ich kommuniziere schriftlich, ich gebe Einschätzungen ab, die ich auch zwei Jahre später vertreten möchte. Das macht mich nicht zum schnellsten Berater, aber zu einem, dessen Arbeit sich später ruhig nachlesen lässt.
Stationen
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bis 1995
ETH Zürich: Studium der Architektur, Diplom 1995. Prägend war ein Studienjahr unter Prof. Flora Ruchat-Roncati, der ersten ordentlichen Architekturprofessorin der ETH und Vertreterin der Tessiner Schule.
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1998 – 2011
New York: dreizehn Jahre Mitarbeit an Bauprojekten unterschiedlichster Typologie, von institutionellen Bauten und Assisted-Living-Anlagen über ein Hotelprojekt und Universitätsbauten bis zu einem Hochhausprojekt mit Wohnen, Hotel, Retail, Parkierung und Spa, ausserdem Luxuswohnungen und Einfamilienhäuser. Berufliche Zulassung als New York State Registered Architect. Mitgliedschaften beim American Institute of Architects (AIA) und beim US Green Building Council mit der Auszeichnung LEED Accredited Professional. Während dieser Jahre, am 12. Juli 2005, Eintragung der eigenen Einzelfirma «Richard Stucki Architect» im Schweizer Handelsregister, als Bezugspunkt und Gefäss für die langfristige eigene berufliche Entwicklung.
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seit 2011
Schweiz, verschiedene Rollen: Wiedereinstieg in die Schweizer Baupraxis, Mitgliedschaft im SIA, Leitung komplexer Umbauten, erste selbstständige Mandate in der Bauherrenvertretung, Zertifizierung als Projektmanager IPMA Level D.
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seit 2025
Abteilungsleiter Architektur bei einem regional tätigen Totalunternehmer; parallel dazu Aufbau des Profils stucki.co unter der bestehenden Einzelfirma, mit Fokus auf Beratung in anspruchsvollen Bewilligungsverfahren.
Warum diese Nische
Baubewilligungsverfahren sind in den letzten fünfzehn Jahren systematisch komplexer geworden. Mehr Normen, mehr beteiligte Stellen, mehr öffentliches Interesse, mehr Einsprachen. Die meisten Architekturbüros haben ihre innere Organisation nicht in gleichem Mass mitgewachsen, Bewilligungsfragen laufen oft nebenher, in der Zeit zwischen Entwurf und Ausführung, ohne eigene Verantwortlichkeit.
Ich sehe seit Jahren, was dabei verloren geht: Zeit, Geld, Verhandlungsspielraum, manchmal das ganze Projekt. Dort will ich arbeiten, an der Schnittstelle, wo ein gutes Projekt an einem verbesserbaren Verfahren zu scheitern droht.